Von Anfang an waren wir ein perfektes Team, wir waren immer zusammen, haben sogar zusammen gearbeitet und somit wussten wir, dass wir beide auch zusammen gehören. Schnell war ich das erste mal schwanger, wir haben geheiratet und alles war prima. Mit dem Baby bekam unsere Beziehung ganz neue Perspektive. Wir wollten auch ganz schnell zweites Baby haben und es hat so super geklappt. Wir haben uns sehr gefreut und dazu stand noch der Umzug in eine grössere Wohnung an. Es war vielleicht alles zu schnell, aber wir wollten es so haben und waren glücklich.

Die erste Probleme…

Wenn unser zweites Baby zur Welt kam, hatte mein Mann gerade ganz stressige Zeit in der Arbeit, viele Änderungen, neue Arbeitsaufgaben die nicht liegen bleiben konnten. Er war oft und lange bei der Arbeit, aber andererseits hat sich bemüht so schnell wie möglich nach Hause zu kommen um mir mit den Kindern zu helfen. Abends waren wir immer zusammen. Unsere zweite Tochter war/ist ein Wunder. Sie hat ganz viel geschlafen, war total ruhig, ich konnte mich wirklich entspannen auch wenn die erste Tochter bei mir zu Hause blieb. Statt postpartale Depression war ich in postpartale Euphorie. Mit meinem Mann war zu diesem Zeitpunkt auch alles gut. Ab und zu gingen wir raus, ins Restaurant oder dank meiner Schwiegermutter auf einen langen Spaziergang. Alles lief super, bis die kleinere Tochter immer mehr Aufmerksamkeit verlangte und die grössere damit natürlich nicht weniger.

Noch tiefer gefallen…

Es kamen Zeiten, wo die Nächte ganz kurz waren, für die ganze Familie. Mein Mann musste zum ersten Kind aufstehen und ich zu dem zweiten. Er machte sich morgens auf den Weg in die Arbeit und ich blieb mit 2 Kleinkinder mit 19 Monate Altersunterschied zu Hause bis er dann irgendwann am späten Nachmittag nach Hause kam. Ich kümmerte mich um Haushalt, erledigte die Wocheneinkäufe, kochte jeden Tag und wie es schon mal so ist, konnte er meine Arbeit Bereitstellung nicht schätzen und ich die seine. Ich streite oft mit ihm, dass er zu lange in der Arbeit ist und er sagte, er macht es für uns. Die Wahrheit war irgendwo inzwischen.

Kinder, Arbeit, Streß, Alltagsaufgaben und das ganze wieder von vorne an.

Wir waren wie in meinem Hamsterrad.

Wir hatten keinen Freizeit, die Kinder wollten unsere volle Aufmerksamkeit haben und da blieb kein Zeit für uns als Paar. Es war oft alles so anstrengend, dass nach dem wir Kinder Bettfertig gemacht haben, keine halbe Stunde wach blieben. Für ein Paar das viel Romantik und Nähe braucht, ist diese Situation eine große Herausforderung.

Aushalten…

Ich bin jetzt natürlich auch ein bisschen traurig, wie es gerade ist, aber mein Vorbild sind alle Eltern, die es durchgehalten haben. Es ist nicht einfach, immer an andere zu denken und nicht an sich, aber so viel Liebe ich gebe, desto mehr bekomme ich zurück. Manchmal muss man auch etwas aushalten sich zusammenreißen und die Liebe unter Prüfung zu stellen, damit wir beide dann irgendwann stärker sind. Damit wir dann später wieder uns beide genießen können. Das einzige, was man nicht verlieren kann, ist die Toleranz gegenüber seinem Partner und Kinder. Ich weiß, dass es Zeiten kommen, wo uns nur Erinnerungen im Kopf bleiben, auf diese wunderschöne Zeit mit zwei Kleinkinder. Es kommen Zeiten, wo wir alt werden und alles zurücknehmen wollen.

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