Als ich erfuhr, dass ich wieder schwanger bin, war meine erste Tochter gerade 1 Jahr alt und sie fing an zu laufen. Ich hatte Angst, ich schäme mich nicht dafür, dass ich erst viel weinte, auch, wenn das Baby eigentlich gewünscht war. Und dazu kamen noch diese Meinungen, leider, von nicht fremden Menschen: “OMG, wie schafft sie das bloß? Sie ist gerade 22!” “2 Kinder so schnell hintereinander?! War es geplant?!” 3 Wochen haltete mich diese Trauer, aber dann war alles vorbei. Ich fing an sich zu freuen und hatte vor allen zeigen, wie man das mit 2 Kleinkinder schaffen kann. Ich war mir sicher, ich hatte bei mir Mensch, auf den ich mich verlassen konnte. Kinder so schnell hintereinander zu haben ist nichts besonderes, ich kannte einige Mamis die mehr Erfahrungen hatten. Ich habe vieles gefragt und im Internet gelesen, da ich mich vorbereiten wollte. Ich höre heute immer noch die Satz meiner Patentante: “Es ist nicht leicht, aber nichts, was du nicht schaffst.”

“Es ist nicht leicht, aber nichts, was du nicht schaffst.”

Und kurz vor dem Wintereinbruch kam unsere zweite Tochter zur Welt. Gesund, wunderschön und zufrieden. Genau so, wie ich mir sie erträumte. Es ging alles glatt, ich konnte sofort stillen, wir haben schnell ein Rhythmus gefunden, ich war nicht müde und wenn ja, der Mann oder Familie waren immer bereit zu helfen. Die Euphorie haltete mich halbes Jahr, denn mein Baby schlief durch. (Ich weiß, es klingt so abnormal, aber ich war so was von entspannt…) Meine erste Tochter ging erstmal nicht in der Kindergarten, sondern blieb mit ihren 2 Jahren zu Hause.

Nach dem ersten halben Jahr, änderte sich vieles, da auf einmal beide Kinder Mamanähe bräuchten. Ich musste viel mehr Energie ausgeben, sie übten meine Geduld wirklich gut und ich musste auf mich, mein Freizeit und mich ganz vergessen.

So liefen die Tage, Monate weiter und inzwischen sind wir drei ziemlich guter Team. Die kleine krabbelt hin und her, die große geht in der Kindergarten und ich habe auf einmal mehr Zeit für mich.

Wenn ich jetzt zurückschaue, sehe ich mich, wie ich nachts aus Schlafzimmer ins Kinderzimmer laufe, in einer Hand habe ich warme Tee und in der anderer Fiebermesser. Ich sehe mich in der Küche, wie ich das Mittagessen koche und dabei immer wieder ins Kinderzimmer laufe, ob alles in Ordnung ist. Ich sehe mich wie ich im Winter eine Stunde 2 Kleinkinder und mich fertig mache, damit wir für eine halbe Stunde spazieren gehen. Ich sehe wie beide Kinder weinen und ich weine von Zweifel mit. Ich sehe mich, wie ich abends die Kuscheltiere und Spielzeug aufräume. Wie ich müde ins Bett falle und in 5 Minuten aufstehe, weil das Kind Pipi muss. Wie ich mich mit Einkauf nach oben schleppe, weil Aufzug nicht funktioniert. Wie ich beide auf einmal trage, weil beide Kinder gleichzeitig Mama brauchen. Wie ich stille und dabei einen Buch vorlese. Wie ich liege und das Baby stille und dabei höre, wie das Kind nach mir ruft und wartet auf mich.

Es klingt dramatisch wie viele Sorgen Kinder mit sich bringen. Aber das waren nur Momente, die ich erlebte. Mir bedeutet viel mehr das erste Lachen zu sehen, die erste Schritte, erste Wörter und das erste “Mama, ich liebe dich.” Ich gehöre zu denen, die sein Leben und die gesunde Kinder als größter Geschenk nehmen. Ich bin so zufrieden als Mama auch wenn es schwer ist.

Dieses Jahr war verdammt schwer, aber ich habe es geschafft. Wir haben es geschafft. Mein Mann war immer bei mir, hat mir geholfen wie viel es ging und ich könnte mir das ohne ihn nicht vorstellen.

es war das schönste

Viele sagen, das schwerste ist vorbei, aber ich denke, es war das schönste. Auch wenn ich noch nicht weiß, was mich erwartet.

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