Gewohnheiten und Regeln sind in ganzem Welt anders und es gilt auch für Krankenhäusern. Ich möchte gerne meine Geschichte über die Geburt in der Slowakei erzählen. Wie waren die Ärzte, Personal, wie funktioniert die Kreißsaal und wie verlief die Geburt. In der Zeit war ich mit meiner erster Tochter schwanger. Auf einige “Regeln” erinnere ich mich nicht so gerne und frage mich, wo die spontane und natürliche Geburt blieb?!

Ankommen in die Klinik

Eine Woche vor der Geburt war ich wegen der erhöhten Blutdruck  in der Klinik hospitalisiert. Nach der Annahme wurde ich von einem Frauenarzt untersucht damit wir wissen, ob der Muttermund bereits geöffnet ist und in welchem Stand befindet sich der Gebärmutterhals. Direkt danach musste ich gefühlt hundert Fragen bezüglich meinen Krankheiten und Gesundheitszustand meinen Familienangehörigen beantworten. Erst danach konnte ich ins Klinik einziehen, und es wurde mir nichts weiteres gesagt.

Dreibett Zimmer im Krankenhaus

An den nächsten Tag wurde ich informiert, dass meine Geburt eingeleitet wird. Es hat mir niemand erklärt warum das und es hat sich überhaupt keiner interessiert, ob ich damit einverstanden bin. Als junge Erstgebärende fragte ich dann doch kleinherzig, wie die Geburt eingeleitet wird. Die erste drei Tage bekomme ich eine Injektion mit Prostaglandin, und auf den 4. Tag bekomme ich eine Tablette die in die Scheide eingeführt wird.  Ich hatte also keine andere Wahl, so akzeptierte ich es.

Heute bereue ich, dass ich mich nicht mehr über die Einleitung der Geburt belesen habe. 

Die Geburt

Die Wehen bekam ich erst am 4. Tag, nach der Tablette. Es war in der Nacht und auf der Flur war niemand zu sehen, ich hörte nur wie der Arzt schnarcht und somit war ich beruhigt, dass jemand hier ist. 🙂

Morgen früh kam endlich eine Krankenschwester, die mich zur CTG Kontrolle schickte und kam erst eine Stunde später, ganz gut gelaunt, dass sie mich vergessen hat. Und ich hatte den ganzen Zeit schmerzhafte Wehen.

CTG-Kontrolle

Danach untersuchte mich ein Frauenarzt und schickte mich ins Kreißsaal. Da hat mir ein anderer Frauenarzt die Fruchtblase geplatzt und jede halbe Stunde kam eine Hebamme um mich zu kontrollieren ob alles in Ordnung ist. Mein Mann war bereits bei mir. In der Kreißsaal hatte ich ein Bett und ein Waschbecken zur Verfügung. Ein Fit ball, Tücher, Toilettenpapier oder sonstiges war nicht zu sehen und das finde ich Schade.

Der Frauenarzt kam, wenn ich schon die Presswehen hatte. Er machte vorsichtshalber ein Dammschnitt, was macht man hier bei jeder Frau, ohne zu sehen, ob es wirklich nötig ist.

Die Geburt verlief problemlos und das Baby war nach 2 Presswehen auf der Welt.

 

Besorgung nach der Geburt

Nach der Geburt konnte ich 2 Stunden mit meiner Tochter alleine (mit dem Papa)  im Kreißsaal bleiben. Danach untersuchte der Kinderarzt das Baby und die Krankenschwestern wuschen und zogen ihn an. Ich konnte ins Zimmer gehen und die erste Nacht blieb mein Baby in der Station für Neugeborene, damit ich mich ausruhen konnte. Am nächsten Morgen holte ich mein Baby ab und es durfte Tag und Nacht bei mir bleiben. Der Aufenthalt in der Klinik nach der Entbindung dauert normalerweise 5 Tage. In diesen Tagen wird das Baby jeden Tag gewogen, von dem Kinderarzt untersucht, kontrolliert ob keine Gelbsucht entsteht und auch die Augen und Hüfte werden kontrolliert. Auch die Mutter muss sich kontrollieren lassen, ob sich die Risse oder Wunden gut heilen und es gibt auch Ultraschalluntersuchung, damit der Frauenarzt sicher ist, dass keine Blutstauung oder ein Teil von Plazenta im Bauch blieb.

Frühstück

Wenn alles mit Mutter sowie mit Baby in Ordnung war, konnten wir nach dem frühstück nach Hause fahren.

 

Fazit

Die Arbeit von der Krankenschwestern, Hebammen sowie Ärzten war super gut. Alle waren bereit zu helfen. Ich bin dankbar, dass ich in einem “baby friendly” mit “rooming-in” Krankenhaus entbunden war. Es gibt aber noch viel was sich verbessern kann – Geburt ohne Dammschnitt, natürliche Geburt,  Fit-Bälle und hygienische Artikeln als Selbstverständlichkeit für die Mutter. Es sind Kleinigkeiten, die das Erlebnis angenehmer machen können.

Zu Hause wartete die Beistellbettchen.

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT