Ich genoss meine erste Schwangerschaft sehr. Ich suchte im Internet ganz viele Informationen für die Muttis. Ab und zu sah ich auch etwas über dem Stillen, aber es interessierte mich nicht so sehr. Ich dachte, es ist ganz normal und natürlich, dass das Baby gestillt wird. Da wusste ich noch nicht, was mit mir passiert..

Wenn ich das erste mal meine Tochter Michaela sah, war es die Liebe auf den ersten Blick. Gleich nach der Geburt hatten wir Haut zu Haut Kontakt und sie hat gleich genippt. Es waren die glücklichste Momente für mich. Aber nicht für das Stillen, sondern dafür, dass ich mein erstes und gesundes Baby bekam.

Michaela, 4 Wochen alt

 

Stillen, Nähe genießen

Der Anfang das Stillen gehört leider nicht zu meinen schönsten Erlebnissen. Es war schmerzhaft, ich war nach dem Stillen erschöpft und nass geschwitzt. Ich hatte rissige Brustwarzen, schmerzende heiße Brüste. Wunde Brustwarzen habe ich mit Lanolin eingecremt, mit Weißkohl Blätter gekühlt und in der Dusche massiert. Ich hatte Panik vor dem Stillen, aber noch mehr hatte ich Angst vor Brustentzündung. Ich war kurz davor aufzugeben.

Zu Hause war es aber anders. Schmerz war nach 2 Wochen weg. Ich stillte auf einmal sehr gerne. Ich freute mich, dass ich genug Milch habe und ich fühlte mich unersetzlich. Mein Ehemann unterstützte mich sehr und er freute sich, dass er nachts kein Milch machen muss. 🙂

 

Michaela habe ich nach Bedarf gestillt und niemals achtete ich auf die Uhr oder Pausen. Fast immer schlief sie beim Stillen an. Ich machte alles so intuitiv, hörte nach meinem Körper und wir waren ziemlich guter Team. Bis ich erfuhr, dass ich wieder schwanger bin…

Ich stillte sehr gerne

Als Michaela 1 Jahr alt war, wurde das Stillen auf einmal schmerzhaft. Ich entschied mich meine Frauenärztin zu besuchen, die mir teilte, dass ich wieder schwanger bin. Sie entwarf mir sofort, die Michaela langsam abzustillen. (In der Schwangerschaft schüttet der Körper den Oxytocin aus und ist auch als ein Wehen-Hormon gezeichnet und wir wollten mit dem Baby natürlich kein Risiko eingehen.) Was das für mich genau hieß, merkte ich erst, wenn ich die Michaela zu Hause wieder stillen sollte. Im Kopf verliefen mir alle diese glückliche Momente, wo wir nur liegen und stillen. Wo ich nur das T-Shirt schürzen musste und die kleine zu mir ziehen. Ich heulte wie ein kleines Kind und ich konnte mir gar nicht vorstellen, wie ich das Abstillen schaffe. Ich tadelte mich, dass wir mit dem zweitem Baby noch abwarten sollten.

 

Den Gefühl, dass ich unersetzbar bin, hatte ich offenbar nur ich. Michaela hat nach einer Woche an mein Milch ganz vergessen, nur ich habe bei jeder Flasche Milch am Abend leise geweint. Ich weinte fast ein Monat lang. Es tat mir leid und ich nahm es sehr schwer an. Mein Mann machte sich schon Witze davon, ich war aber so fest überzeugt, dass es das schlimmste ist, was mir je passieren konnte.

Michaela hat sich an die Flasche sehr schnell gewöhnt

 

Jetzt ist aber anders. Ich stille mein zweites Baby und ich genieße jedes Stillen. Ich möchte nur positive und schöne Erinnerungen im Kopf behalten, wenn es mal vorbei ist. 🙂

Ja, ich bin dankbar, dass ich stillen darf / kann.  Aber es ist nicht alles, es ist schön so eine Nähe mit dem Baby zu genießen. Aber mit dem Abstillen endet es nicht. Das Baby / Kind braucht mich doch immer. Ich bin die Mama.

Alle drei zusammen

Es ist alles in Ordnung, es sollte damals so sein. Und ich lebe für die Anwesenheit.

 

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